SEGELYACHT HETI

Historie

Die Geschichte mehrerer Seglergenerationen, die sich immer wieder neu der HETI mit einiger Begeisterung, ihrer Vision und unterschiedlichen Mitteln angenommen haben.

 

Sie gilt als eine Ikone des Segelsports und Hamburger Yachtbautradition – die HETI. Vom berühmten Yachtkonstrukteur und Werftbesitzer Max Oertz entworfen, lief sie 1912 in Hamburg-Neuhof vom Stapel. Die von Hermann Eschenburg georderte und nach dessen Tochter Hedwig (kurz Heti) benannte Rennyacht nahm bis in den ersten Weltkrieg hinein erfolgreich an verschiedenen Regatten teil. Mehrmals sicherte sich der schnittige „Zwölfer“ die ersten Plätze auf der Kieler Woche. Wirtschaftliche Gründe zwangen Eschenburg 1923 zum Verkauf der HETI an Dr. Max Hamers. Umgetauft auf den Namen TRAUM segelte sie nun auf dem Berliner Wannsee. Anfang der Dreißiger Jahre wurde die Yacht nach Kiel verlegt und diente dort mit einem zweiten (Besan-) Segel zur Yawl umgeriggt als Fahrtenkreuzer.

 

Die Kriegs- und Nachkriegszeit überstand sie als Hausboot. Unter dem Namen SEESCHWALBE ging sie später in den Besitz der Hanseatischen Yachtschule Glücksburg über.

 

 

Zwei Hamburger Segler erwarben 1967 das derweil heruntergekommene Schiff. Sie ließen es auf der Heuer-Werft in Finkenwerder instand setzen und umbauen, wobei der hölzerne Rumpf mit einer Polyesterschicht überzogen wurde und eine einmastige Hochtakelung erhielt. Als SATURN errang die Rennyacht schon bald wieder spektakuläre Erfolge. Ihr Eigner Peter Himstedt gewann 1974 und 1976 das „Blaue Band der Niederelbe“ und stellte dabei sogar einen neuen Bahnrekord vor 150 konkurrierenden Yachten auf. 1978 übernahm Friedrich Goebel die SATURN. Er benannte sie um in ROMEO und überführte sie unter Beibehaltung des Heimathafens Hamburg nach Imperia in Norditalien. Die Rennyacht heimste erwartungsgemäß auch dort zahlreiche Trophäen ein – bis zum 12. September 1998. Im Startgetümmel einer Klassiker-Regatta verhakte sich der Schoner AELLO im Rigg der ROMEO und riss deren 24-Meter-Mast herunter. Wegen einer Erkrankung übertrug Goebel die reparaturbedürftige Yacht an "Jugend in Arbeit e.V.", denn dieser Verein hatte sich mit der Restaurierung historischer Schiffe bereits einen Namen gemacht.

 

An Deck eines Containerschiffs erfolgte im März 1999 der Rücktransport des mastlosen Rumpfes nach Hamburg. Dort angekommen dümpelte die mittlerweile wieder HETI getaufte Rennyacht jedoch erst einmal zwei Jahre im Hamburger Binnenhafen. Inzwischen hatte sich die „Stiftung Hamburg Maritim“ gegründet und 2002 einen Teil der bei „Jugend in Arbeit e.V.“ befindlichen Schiffe einschließlich der HETI übernommen. Die HETI sollte wieder in Fahrt kommen und mit klassischem Gaffelrigg versehen auf ihren einstigen Revieren segeln. Doch angesichts fehlender Fördermittel erschien dies mehr als fraglich. Hier traten nun andere Segelenthusiasten auf den Plan. Sie gründeten 2001 den Verein „Freude der Segelyacht HETI e.V.“und fanden eine praktische Lösung. Während die Stiftung die Sachmittel stellt, unterstützt der Verein mit Spendengeldern die Restaurierung der HETI als Ausbildungsmaßnahme von "Jugend in Arbeit Hamburg e.V.". Seitdem richteten sechs Bootsbaulehrlinge unter Anleitung eines Meisters den legendären und ältesten deutschen „Zwölfer“ wieder originalgetreu her.